Mittwoch, 20. Februar 2013

Kochen mit Kindern

In der Küche meiner Oma stand ein Stuhl mit einem platten Sitzkissen. Darauf saß meine Uroma in Kittelschürze, mit einer Schüssel auf dem Schoß und schälte Kartoffeln. Das tat sie, so lange, wie sie konnte. Als sie schon sehr alt war, wurde sie schließlich im Heim gepflegt. Der Stuhl war meist leer. Wenn ich in den Ferien bei meiner Oma war, saß ich auf diesem Stuhl und schaute Oma beim Kochen zu. Manchmal schälte ich die Kartoffeln. Wir schwatzten und ich sah meiner Oma bei ihren Handgriffen zu, tausendmal getan, erprobt. Ich fand es schön, da in Omas kleiner Küche.
Bei uns zu Hause gab es keinen Stuhl. Die Küche war schmal. Gekocht wurde nur am Wochenende. Oft auch von meinem Papa. Ich mochte die Küche nicht besonders, denn mein Bruder und ich mussten am Abend immer abwaschen, einen Geschirrspüler hatten wir nicht. Das war oft Thema von Streitereien.
Während meiner Ausbildung gab es einen kleinen Kreis Mitschüler, mit denen ich mich einmal in der Woche zum Kochen getroffen habe. Jeder war mal Gastgeber und wir probierten uns aus. Das hat Spaß gemacht und war sehr gesellig.
Als ich alleine mit meinem Großen gewohnt habe, hat er mir viel mitgeholfen. Ich habe ihn Gemüse schnippeln lassen und Teig kneten und noch mehr. Je mehr Kinder ich nun habe, desto öfter merke ich, dass ich "meine" Küche als Rückzugsort nehme. Ich mache die Tür zu, koche und backe vor mich hin und möchte meine Ruhe haben. Wenigstens ein Mal am Tag. Kochen mit Kindern ist wuselig und nichts für Perfektionisten.

In Kindergarten und Schule gibt es immer mehr Kinder, die Obst- und Gemüssorten nicht kennen. Sie wissen nicht, wie Mehl entsteht und daraus ein Brot, woher die Fischstäbchen kommen und manche sollen tatsächlich glauben, dass es lila Kühe gibt. Als ich einmal den Weg vom Korn zum Brot erzählt habe, mit allen Zwischenschritten, also wirklich allen, waren die Kinder total aus dem Häuschen. Ich sehe heute noch ihre strahlenden Augen vor mir! Immer seltener wird zu Hause selbst und frisch gekocht. Oma und Opa wohnen weit weg. Wo sollen Kinder Herkunft und Umgang mit Lebensmitteln lernen, wenn die Eltern es selbst nicht wissen? Durch meine Arbeit in der Schule weiß ich, dass wir einfach nicht davon ausgehen können, dass die Kinder das in ihren Familien lernen. Das hat viele Gründe und ist ganz sicher beklagenswert. Eigentlich müssten viele Eltern gleichsam in die Lehre gehen. Nur, an die kommt man schwer heran. Es gibt viele Elternschulen etc. aber die Angebote sind freiwillig, also Wille und Zeit (!) müssen von den Eltern kommen. Verdonnern können wir niemanden, auch wenn wir es oft gerne möchten.
Der kleinste gemeinsame Nenner für die Kinder ist also die Schule. Dort kommen alle Kinder hin und die allermeisten von ihnen sind neugierig und wollen alles wissen und lernen. Das ist unsere Chance! Praktische Arbeit macht allen Spaß und muss dringend ausgeweitet werden. Wenn wir wollen, dass in Zukunft weniger Lebensmittel weggeworfen werden und weniger Fertiggeriche konsumiert werden, müssen wir bei den Kindern ansetzen. Und wenn ein Kind beim nächsten Einkauf sagt, dass es gerne Zucchini haben will und mal nicht den süßen Kinderjoghurt, dann fangen vielleicht auch die Eltern an, über Lebensmittel und deren Verarbeitung nachzudenken. Deshalb bin ich dafür, dass Kinder in den Institutionen kochen und alles über Lebensmittel lernen.

Und ich stelle jetzt einen Stuhl in meine Küche.




Passend zum Thema: Das große Familienkochbuch oder auch Kochen für die Familie: 365 Rezeptideen.


Kommentare:

  1. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen ohne Kinder zu kochen, die sind immer dabei und gucken oder helfen. Und am schönsten ist immer, wenn sie dann eine Möhre, die sie geschält haben, oder eine Kartoffel, die sie zerstückelt haben, wiedererkennen.
    Und das unperfekte, ungleichmässige, da gewöhnt man sich dran. Ich mag es sogar, weil gemeinsames Kochen eben so etwas bindendes, kommunikatives hat. Oft sind sie auch nur eine kleine Weile dabei und gehen dann wieder eigener Wege.
    Unsere Küchentür mache ich nur abends zu, wegen dem Katzentier, das hier wohnt.
    Bei uns dürfen die zwei großen Kinder sich übrigens eine eigene Pizza mit einer kleinen Springform machen.
    Liebe Grüße :-)

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  2. wie recht du doch hast und wie beklagenswert es ist, dass in vielen Schule Hauswirtschaft schon lange vom Lehrplan gestrichen wurde. Erst gestern hatte ich es in einem Gespräch mit Landfrauen davon, wie wichtig es ist, dass Kinder und Jugendliche die Herkunft lernen. Sie backen regelmäßig im Backhaus mit Kindern und auch wenn es stressig ist, so sind die strahlenden Gesichter hinterher alle Mühe wert.
    Bei uns wird oft am Wochenende zusammen gekocht, denn unter der Woche läßt der Stundenplan dies meist nicht zu. Wichtig finde ich auch, dass man sich mit Kindern über die Ernährung unterhält und sie auf die Unterschiede aufmerksam macht.

    Liebe Grüße
    Annette

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  3. So ist es ganz einfach! Wenn die Kinder das nicht von Beginn an lernen, wie sollen sie später zwischen gut und böse unterscheiden? Wir haben das ganz große Glück, auf einem Bioland-Hof zu leben und Fleisch selbst erzeugen zu können. Und auch Obst und Gemüse und Co. So wie früher eben.
    Trotzdem verteufeln wir nicht das Konventionelle, gehen auch mal zum großen M - jedes Extrem ist auch nicht gut für die Kinder. Man muss eben den Mittelweg finden.
    Liebe Grüße, Dörthe

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  4. Es gibt für mich auch Tage, da will ich am liebsten allein in der Küche sein und vor mich hin werkeln. Und dann wieder Tage, da freue ich mich über das Interesse und enthusiastische Mittun der Kinder. Das Zubereiten frischer Mahlzeiten, das Brotbacken, Marmeladekochen und Haltbarmachen von anderen Lebensmitteln braucht Zeit. Zeit, die viele Familien nicht mehr haben, weil sie die meisten Stunden des Tages außerhäusig verbringen (unser Brot bspw., das nur aus Roggenmehl, Salz, Kümmel, Fenchel und Wasser besteht, kann ich nur backen, weil ich Hausfrau bin und den Teig über 24h immer wieder füttern kann). Unser Lebensstil drängt uns regelrecht in die Arme von Nestlé und Co. Das ist Mist und es braucht eine gehörige Portion Idealismus, um dieses Spiel nicht mitzumachen.

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  5. Wie recht du hast!! Es ist wirklich schade, das viele Kinder so gar keinen Zugang zu Lebensmitteln, ihrer Herkunft und Verarbeitung haben.
    Bei uns hilft die Große (5) schon seit einiger Zeit mit. Hat sogar extra ein Kindermesser bekommen (welches sich dann allerdings als schärfstes Messer in unserem Haushalt herausgestellt hat und nachdem erst ich und dann meine Tochtersich damit geschnitten hat, haben wir es einstweilen "zurückgestellt")
    Wobei für dieses Mitkochen mein Mann verantwortlich ist. Für mich waren Kinder in der Küche ein Graus. Alles dauert 10mal so lange, es gibt Unmengen Dreck etc. Dann hat mein mann am WE angefangen, gemeinsam mit dem Töchterlein zu kochen (naja, Mann hat Zeit, sieht eh den meisten Dreck nicht...) und es war toll. Beide hatten großen Spaß und mir wurde erst bewußr wie schade es ist, die Kinder da raus zu halten. Sie müssen ja nicht immer dabei sein, aber mittlerweile ist es bei uns ganz normal, dass zumindest die Große öfters mal mithilft.

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  6. Ich finde es auch ganz fatal, dass in den Lehrplänen der Schulen kein Platz mehr für 'das wahre Leben' ist. Viele Schulen haben sogar Schulgärten, aber die liegen meistens brach. Manchmal frage ich mich, ob das so gewollt ist?? Da müsste sich dringend etwas ändern.

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  7. Ich habe letzte Woche Freitag mit einer Freundin einen Basteltag gemacht. Unter anderem haben wir auch selbst Brot gebacken. Meine Freundin hatte das auf der Arbeit einem Kind erzählt (sie ist Logopädin), das Kind entgegnete dann: "Kann man Brot selbst backen???" Meine Mutter arbeitet als Betreuerin in einer Grundschule. Dort schnibbeln sie manchmal gemeinsam mit Kindern Obstsalat. Manche Kinder kennen doch tatsächlich keinen Obstsalat. Das finde ich schon echt erschreckend.

    Ich kann mich ehrlich gesagt nicht mehr so dran erinnern, wie es war, als ich ein kleines Kind war. Aber ich denke schon, dass meine Mutter uns beim kochen mit einbezogen hat. Spätestens seit der Schulzeit dann nicht, weil gekocht wurde, während wir in der Schule waren. Und nachdem dann die Küche umgebaut wurde, hat sie dort auch am liebsten alleine rumgewerkelt (oder tut es heute noch), weil es dort auch einfach relativ eng ist und man sich immer auf den Füßen stehen würde. Dennoch habe ich von zuhause mitbekommen, dass das Essen nicht nur aus Dosen oder Tüten kommt. Und in dem Jahr, in dem meine Schwester und ich ausgezogen sind, gab es einen Ordner mit gesammelten Rezepten zu Weihnachten. Dort hatte sie z.B. aufgeschrieben, wie sie die von usn allen heiß geliebte Rindfleischsuppe macht.
    Ich hoffe, dass ich das irgendwann auch an meine Kinder (wenn ich mal irgendwann selbst welche habe) weitergeben kann.

    Viele Grüße, Goldengelchen

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  8. Das ist ein Phänomen, das Dinge, wie Rechtsansprüche auf Kindergartenplätze eben mit sich bringen.
    In den Familien wird unter der Woche nicht mehr gekocht und am Wochenende möchten vielleicht Eltern, die unter der Woche sehr eingespannt sind, ihre rare freie Zeit nicht unbedingt länger als nötig mit Hausarbeiten zubringen?!
    So gesehen ist es sicher gut, in Schulen mit Kindern zu kochen.
    Ich finde es schwierig, das Verhalten anderer zu werten.

    Wir haben immer eine Wohnküche gehabt.
    Das ist nicht nur pädagogisch wertvoll, sondern ich finde es auch gemütlich. Und ganz "nebenher" ergeben sich Gespräche, die so sonst vielleicht nie stattgefunden hätten.
    Durch deine Fotos dachte ich immer, euer Esstisch stünde auch in der Küche?
    Erstaunte
    Claudiagrüße

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    1. Ich denke nicht, dass man den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz, die Berufstätigkeit der Eltern und das mangelnde Wissen der Kinder zum Thema Ernährung über einen Kamm scheren kann. Wir arbeiten auch beide, und abends und am Wochenende gibt es immer eine frische Mahlzeit.

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    2. Wie schön.

      Ich glaube trotzdem durchaus, dass es Eltern gibt, die das abends nicht mehr nicht leisten können - oder wollen und andere Prioritäten setzen.
      Schließlich gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, Familienzeit zu gestalten.

      Das ist ihr Recht, denn jeder muß selbst seinen Weg finden.

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    3. Sicher. Mir ging es nur darum zu verdeutlichen, dass Berufstätigkeit und gutes, selbstgekochtes Essen sich nicht ausschließen. Leider ist gesunde Ernährung in Deutschland nicht so sehr ein Zeit-, sondern vielmehr ein Schichtenproblem, vgl.
      http://www.mri.bund.de/fileadmin/Institute/EV/NVSII_Abschlussbericht_Teil_2.pdf

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  9. Die Tochter hat nächstes Wochenende einen Ausflug mit dem Bund Natur in die Biobäckerei in der Nähe. Dort backen die Kinder und erleben, wie ein Brot entsteht. Der Betreuerin war wichtig, den Kindern zu zeigen, wie Brot noch selbst gebacken wird, weil bei vielen Bäckerein die Semmeln & Co ja schon als Rohlinge aus Fabriken ankommen und gar nicht mehr selbts gebacken wird.

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  10. Dazu habe ich was:
    Gestern so passiert.
    Meiner Großen war langweilig, weil Papa noch nicht zuhause war, die Kleine im Bett, draußen Matsch, Schnee und dunkel, Mama macht ein bisschen Haushalt.
    Ich habe ihr erlaubt den Fernseher an zu machen, der bei uns eigentlich sonst eher unbeachtet in der Ecke steht (zum Glück).
    Sie schaut "was für Kinder". Ich stehe kurz daneben und wundere mich über das Programm.
    Ich sage ihr, dass ich jetzt in die Küche gehe und anfange zu Kochen.
    Sie springt auf : "Die Kindersendung ist blöd, ich schaue dir lieber zu."
    ... und rauf auf den Stuhl(mich freut's).

    viele liebe Grüße

    Alexandra (Deren Tochter mit 2einhalb das Rezept von Fleischküchlein aufsagen konnte)

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  11. Ach ja, der Stuhl in der Küche... so schön. Ich denke, wenn man selbst gerne kocht und bäckt überträgt sich das auch auf die Kinder. Leider auch, wenn man nicht gerne kocht und dies als lästige Pflicht ansieht. Meine Tochter kam mal von einer Freundin nach Hause, bei der sie auch zu Abend gegessen hatte und erzählte von Fleisch aus dem Toaster??? Und wenn es selbst für Pfannkuchen Fertigmischungen gibt oder sogar Plasteflaschen in die man zu irgendetwas noch Milch füllen soll, wie sollen Kinder es dann lernen?
    Viele Grüße Rike

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  12. JAWOHL! Unterschreibe ich. Genau so.

    Wir zelebrieren jede Woche auf´s Neue das Auspacken der Biokiste. Wir beschnuppern Lebensmittel im Supermarkt und überlegen, was uns schmecken könnte. Natürlich nicht immer. Es muss auch mal die Tiefkühlpizza her. Um so schöner, wenn die Kinder danach sagen, dass die Selbstgemachte besser schmeckt.

    LG Anja

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    1. Bei uns gibt es auch Stühle in der Küche - die kleinen Kinderstühlchen nämlich. Die brauchen meine Kinder als Trittleiter, damit sie an die Arbeitsfläche kommen (und ich fluche immer, weil ich anschließend drüber falle ;-) ). Zum Malen und Basteln sitzen sie lieber auf den großen Stühlen am Esstisch.

      Pfannkuchenteig macht die Große mit 5 auch schon alleine (ohne Plastikflasche!) und der Kleine (fast 3) schlägt dafür die Eier auf. Sauererei? Erträglich ...
      Sie helfen leideschaftlich gerne - auch mit den scharfen Messern - aber das anschließende Essen ist ein ganz anderes Kapitel.
      Meine Kinder ernähren sich (trotz Biokiste und selbst Mitkochen) immer noch am liebsten von Brot mit Wurst oder Käse. Weil es Pfannkuchen und Grießbrei und Hefeklöße eben nicht jeden Tag geben kann.
      Der Papa hat sie mal mitgenommen, zum großen M, als ich nicht da war ......... Für meine Kinder war das eine Strafe. Das mögen sie nämlich auch nicht *schmunzel*.

      Zugeständnis an die Berufstätigkeit: Bei uns wird abends gekocht. Oft dann nicht so riesig aufwändig, das dann eher am Wochenende. Aber nach Möglichkeit mit frischen Zutaten (Laktoseintoleranz sei Dank).
      Und weil Mama und Papa im Wechsel kochen und backen setzt sich bei uns auch kein Rollenbild fest.

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  13. Du hast das so schön geschrieben. Bei uns stehen viele Stühle in der Küche. Kleine (für den kleinsten), aber auch Grosse für die vielen Freunde der Grossen die zu uns zum gemeinsamen Kochen kommen weil sie zu Hause keinen "Dreck" machen dürfen!
    Die Grossen sind 14+16 Jahre alt, aber viele ihrer Freunde sehen bei uns das erste Mal Getreide und eine Getreidemühle und selbst der Sohn des Bäckers war erstaunt weil er dachte Sauerteig kann man nur in der grossen Backstube herstellen;)

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  14. Die Geschichte zu deiner Oma kommt mir so bekannt vor. So war es bei meinen beiden Omas auch und oft bin ich dabei gewesen und habe zugeschaut oder geholfen. Je nachdem.

    Wir haben einen offen Wohn - und Essbereich. Wenn ich in der Küche werkele, sind immer auch Kinder am Tisch. Und das eine oder andere Kind zieht sich einen Stuhl zu mir heran und hilft mir beim Kochen. Im Winter habe ich festgestellt, wie selbstständig die Kinder schon vieles können. Mein Großer kann schon mal leichte Gerichte nach Anweisung kochen. Die Mädchen können schon Plätzchen alleine backen und Jonathan kann sehr genau auf meine Anweisung hin handeln. Ich kann ihm trauen, wenn er Zucker oder Milch zugießt. Das kann er, das bekommt er hin.

    Ich koche immer frisch und backe sehr viel, so ist bei uns immer was los in der Küche.

    Liebe Grüße
    Andrea

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  15. Wir haben eine Wohnküche mit Tisch und Stühlen und die ist das Zentrum des Hauses und der Familie, Besuch bleibt auch gerne hier kleben. Daher ist es selbstverständlich, dass die Kinder immer und von Anfang an dabei waren. Was das Kochen in der Schule angeht, stimme ich dir absolut zu, die Kinder, die das Kochen zuhause nicht kennenlernen, kann man nunmal am besten in der Schule erreichen. Außerdem nehmen viele Kinder die Dinge vom Lehrer anders an als von den Eltern. Außerdem kann man Kochen und Lebensmittel allgemein fächerübergreifend thematisieren und somit in den Lehrplan einbinden.
    Pizza ist bei uns auch immer ein Familienhighlight, es werden "Grenzen" gezogen udn jeder belegt seinen Bereich nach Wunsch, zum Markieren werden gerne kleine Fähnchen eingesteckt.Und wehe, es hat mir einer ne Olive auf mein Stück geschubst!:-)

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  16. Ich habe das "Nicht-kochen-können" erlebt, als ich zwei Jahre ehrenamtlich für die "Tafel" gearbeitet habe - es war erschreckend, wie oft die Frage kam, was man wohl aus dem angebotenen Gemüse kochen könnte und ob nicht noch ein paar Fertiggerichte da wären.....
    Und da es ein richtiges Kochbuch von der Tafel gibt, scheint unsere Tafel kein Einzelfall zu sein. Und ja, ich glaube auch, dass der Schlüssel zur Änderung des Essverhaltens bei den Kindern liegt. Bei den Erwachsenen braucht es noch ein paar Fleischskandale mehr...
    Liebe Grüsse, Brigitte

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  17. Och menno, jetzt darf ich alles nochmal schreiben - doofe Technik :-)

    Bei uns hier kennen die Kinder das heimisch Obst un Gemüse. Liegt möglicherweise daran, dass wir hier mitten auf dem Land leben. Das konventionell angebaute Gemüse schmeckt oft nach nix. Da von den Kindern zu erwarten, sie könnten sich den Geschmack und das dazugehörige Gemüse merken, ist finde ich, zu viel verlangt. Wir haben hier zum Glück einen riesen Garten und einen Super Bioladen.
    Hier in meiner Küche koche und backe ich meistens alleine. Sie ist aber trotzdem der zentrale Punkt im Haus. Hier wird gemeinsam gegessen, es werden Diskussionen geführt, Hausaufgaben gemacht, gebastelt... und der Mama beim Arbeiten zugeschaut :-). Trotzdem wissen meine Kinder wie alles gemacht wird, ja sogar beim Hühnerschlachten sind sie dabei.
    Zum Brot kann ich nur sagen, dass die meisten Erwachsenen und Bäcker auch nicht wissen, wie richtiges Brot gemacht wird.

    Liebe Grüße, Helena

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  18. An der Grundschule unserer Kinder hat das Thema Ernährung im Sachkundeunterricht einen festen Platz, und die SuS bereiten auch mal gemeinsam eine Mahlzeit zu. Ich fürchte, dass das mangelnde Wissen über Ernährung nur ein Teil einer mangelhaften Allgemeinbildung und fehlender familiärer Esskultur ist. Die Frage ist nur, ob die Schule alles glattbügeln kann, was Familie und Gesellschaft nicht leisten. (dazu bräuchte es vernünftige Ganztagsschulen und nicht diese halbherzigen Aufbewahrungs-Konstrukte, wie sie derzeit in Deutschland vorherrschen)

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  19. Du hast ja so Recht! Es wäre so wichtig, dass die Kinder in der Schule was praktisches lernen und beim Kochen haben sie ja auch so viel Spaß!
    Ich bin jetzt 23 und hatte noch ein paar Jahre Textiles Gestalten und Werken in meiner Schulzeit, aber Hauswirtschaft gab es bei mir schon nicht mehr.
    Ich habe sehr vieles von meiner Mutter gelernt, sie hat selbst früher Kinderkoch- und backkurse angeboten, die kamen immer sehr gut an :-)
    Viele liebe Grüße,
    Judith

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  20. Ach ja, Dein Foto erinnert mich an gestern abend, genau das Gleiche habe ich mit meinen beiden gemacht - selbstgemachter Teig und dann belegen, was der Kühlschrank und Vorratsschrank hergibt - Mais durfte bei uns auch nicht fehlen. Und Du hast recht. Wir achten auch sehr darauf, gemeinsam zu kochen. Liebe Grüße Katrin

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  21. Ich fände es toll, wenn es in der Schule wie früher Hauswirtschaftslehre oder ähnliches gäbe. Meine Mutter hat das alles noch in der Schule gelernt.
    Ich hab lediglich in der Grundschule mal ein Kuscheltier genäht, aber mehr in die Richtung war da nicht.
    Meine Mutter hat zuhause immer frisch gekocht, gegessen habe ich also sicher schon vieles. Aber selbst zubereitet? Ich muss zugeben dass ich jetzt beim Brei kochen fürs Baby manches Gemüse erst so richtig kennenlerne und zum ersten Mal zubereite. Ist mir ja selbst peinlich. Aber ich möchte, dass sie auch frisches Essen kennenlernt. Das Finetuning wird dann aber sicher ihr Papa übernehmen, der ist Koch.

    Das gemeinsame Pizza Backen bei euch sieht toll aus! Genau so stelle ich mir das vor als Familie. :)

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  22. Liebe Frau Frische Brise,
    ich koche auch ganz oft mit meinen Enkeln (8 und 5) und hoffe, dass sie diese Erfahrungen mit in ihr Leben nehmen. Ihr Blog ist mir inzwischen als bekennender Nicht-Bloggerin sehr ans Herz gewachsen. Ihnen und Ihrer ganzen Familie wünsche ich nur das aller Beste!
    Eine stille Mitleserin

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  23. Meine Kinder sind auch mit einer alles selbermachenden Mutter aufgewachsen. Ich koche jeden Tag frisch, backe all unser Brot (wir haben einfach auch keine Kaufalternative, wenn ich ehrlich bin), mache unseren Joghurt selbst, roeste unser eigenes Muesli... Das goldene M haben wir 2x mit unseren Kindern besucht als sie juenger waren, die Pommes wurden gegessen, der Rest verweigert - und auch heute ziehen sie andere Lokale vor. Kind Nr. 1 ist im 4. Jahr an der Uni und kocht jeden Tag fuer sich selbst, da es Fertigessen nicht gerne mag. Wurde auch das eine oder andere Mal probiert, wenn es schnell gehen musste, aber fuer nicht so prickelnd befunden. Du machst das schon richtig, was die Kinder daheim nicht lernen, laesst sich spaeter schwer aufholen...
    LG Nessie

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  24. Sohnemann (6) und ich finden es herrlich zusammen gemeinsam zu kochen. Die Kinder können schon früh helfen und wenn es nur Gemüse waschen ist. Mittlerweile schält er Möhren und Kartoffeln und schippelt Gemüse klein.
    Auch viele Dinge zu denen er erst "bäh" gesagt, werden in Minidosierung probiert und dann für lecker befunden. leider schaffe ich es meist nur zwei- bis drei Mal in der Woche zu kochen... dafür am am Wochenende immer. Er ist in der Schule versorgt und Männe versorgt sich alleine. Trotz Vollzeitjob und Näherei versuche ich täglich einen Salat oder etwas anderes Frisches auf den Tisch zu bringen.
    Den krasse Gegensatz habe ich neulich am Tisch gehabt, der es cool fand, das wir in der Küche auch kochen.... Äh, wozu ist sie sonst da??? Er kennt nur Pommes, Hähnchen und diese fiesen Presshähnchenteile...
    Tja, da ist die selbstgemachte Dönervariante mit viel Salat, Quark-Joghurt-Kräuter-Soße und angebratenen Putenstreifen gleich *obercool* und *megalecker*
    Also, Kinder an die Töpfe und den puren Genuss kennenlernen lassen

    Liebe Grüße
    Tanja
    PS: In der Nachmittagbetreuung an der GS gibt es für die 3+4 Klasse Kochen & Backen

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